Was macht die Antenne auf dem Berg?
Bergwandern + Amateurfunk = SOTA

Die «Angelrute» ist Teil einer Antenne. Bei genauem Hinschauen kann man einen dünnen Draht erkennen. Damit stellen wir Funkamateure Verbindungen in alle Welt her. Dies geschieht mit Morsezeichen oder mit Sprechfunk auf Kurzwelle. Weil das Funkgerät aus einem Akku versorgt wird, ist die Sendeleistung ziemlich gering: Fünf bis zehn Watt sind üblich; das entspricht etwa der Leistung einer guten Fahrradlampe. Bereits mit diesen einfachen Mitteln lassen sich Funkpartner in ganz Europa erreichen. Bei gutem Funkwetter gelingen regelmässig Kontakte mit anderen Kontinenten. Das Ganze funktioniert unabhängig von Internet und Mobilfunkbetreibern und klappt auch bei Stromausfall.
SOTA (Summits On The Air) heisst übersetzt in etwa «Gipfel auf Sendung» und ist eine Outdoor-Variante des Hobbys Amateurfunk.
Funkamateure tragen ihre Funkgeräte, Akkus und Antennen auf den Berg und nehmen von dort Kontakt zu Freunden auf, die entweder auf einem anderen Gipfel der Welt oder an der heimischen Funkstation auf den Bergkameraden warten.
Spielregeln
- Der achtsame Umgang mit der Natur ist für alle Teilnehmer selbstverständlich.
- Gipfel, die für eine sog. «Aktivierung» in Frage kommen, müssen eine Schartenhöhe von mindestens 150 m aufweisen. Der Funkbetrieb muss am Gipfel oder höchstens 25 Höhenmeter unterhalb stattfinden.
- Der finale Weg zum Gipfel und der Transport der Ausrüstung erfolgen in der Regel mit Muskelkraft. Der Betrieb muss unabhängig von einem Fahrzeug erfolgen.
- Fest installierte Stromquellen oder fossile Generatoren sind nicht erlaubt.
- Derjenige, der von einem Gipfel funkt und diejenigen, die Funkkontakt mit ihm herstellen, erhalten dafür Punkte. Dies ist bei Sammlern von Diplomen sehr beliebt. Preise gibt es keine, dafür kann man sich auf https://www.sotadata.org.uk/de/ mit seinen Kollegen vergleichen.
Wer hat’s erfunden?
SOTA wurde im März 2002 von Funkamateuren in England und Wales ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 10.000 Funkamateure, die dieses Hobby teilen.
Ist der Empfang hier oben besonders gut?
Ja, das liegt aber nicht nur an der Höhe, sondern auch daran, dass hier die Störungen durch elektronische Geräte geringer sind als zu Hause. Aber das ist nicht der Hauptgrund, weshalb jemand seine Funkausrüstung auf den Berg trägt.
Warum dann der ganze Aufwand?
Vor allem geht es um die Freude am Wandern oder Bergsteigen, und um das Funken in der Natur. Ausserdem um die Pflege von Freundschaften, denn viele «Bergfunker» kennen sich seit Jahren, selbst wenn sie tausende von Kilometern entfernt leben. Und schliesslich lockt die Herausforderung, seine Ausrüstung möglichst leicht zu machen und immer weiter zu verbessern.
Mit etwas Tüftelei kann man ein Gewicht von unter zwei Kilogramm erreichen. Die Funkanlage daheim wiegt oft mehr als das Zehnfache. Viele Amateurfunker, die im urbanen Umfeld wohnen, können zudem zuhause gar keine Aussenantenne aufstellen, oder haben so viele Störungen durch elektronische Geräte, Netzteile, Solaranlagen etc. aus der Nachbarschaft, dass sie Signale weiter entfernter Stationen nicht hören können.
Darf man das?
Funkamateure legen dazu eine Prüfung beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) ab.

Eine typische portable Funkstation für Kurzwelle, mit Morsetaste und Mikrofon. Das Tablet wird hier als moderne Alternative zum Notizblock für das Notieren der Verbindungen verwendet, benötigt aber keine Internetverbindung.
Das interessiert mich, wo bekomme ich mehr Informationen?
Anbei einige weiterführende Links:
- Union der Schweizer Kurzwellenamateure: Was ist Amateurfunk?
- USKA Verzeichnis der Ortsgruppen
- Österreichische Versuchssenderverband (ÖVSV)
- Deutscher Amateur Radio Club
- Wikipedia-Seite zu Summits on the Air
Das möchte ich lernen! Wo finde ich Informationen dazu?
SOTA wurde im März 2002 von Funkamateuren in England und Wales ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 10’000 Funkamateure, die dieses Hobby teilen.
Online für die Prüfung lernen: https://ig-afua.ch/dt/links/
Quelle: DL3TU, überarbeitet von HB9BCK und HB9DQM
